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Bürgerinitiative Niedersteinbach
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Marktgemeinderat Mömbris beschloss Messungen an Mobilfunk-Sendeanlage
Betreiber soll für anderen Standort gewonnen werden – Grenzwert-Senkung gefordert Mömbris. Bedenken gegen den Betrieb der Mobilfunk-Sendeanlage auf dem Schlauchturm des Feuerwehrgerätehauses in Niedersteinbach und Bedauern ob der eigenen Entscheidung im vorigen Jahr, der Vereinbarung mit der Telekom zur Errichtung dieser Mobilfunk-Sendeanlage zuzustimmen, prägten die Sitzung des Mömbriser Marktgemeinderates am Dienstagabend in der Ivo-Zeiger-Schule. Bürgermeister Reinhold Glaser (CSU) kam es dabei vor allem auf eine Grundsatzentscheidung des Gremiums an, die Errichtung solcher Kommunikationseinrichtungen auf gemeindeeigenen Gebäuden oder Grundstücken zuzulassen, wie in Niedersteinbach geschehen, oder nicht.
Wie schon im Hauptverwaltungsausschuss schlug Rathauschef Glaser vor, die Funkwellen-Belastung durch die Landesgewerbeanstalt oder ein vergleichbares Institut in Niedersteinbach messen zu lassen – vor Inbetriebnahme der Sendeanlage und nach Inbetriebnahme. Nach Möglichkeit sollten darüber hinaus auch Messungen während des Betriebs einer mobilen Sendeanlage vorgenommen werden, die vorübergehend außerhalb des Ortes aufgestellt werden sollte, um so Vergleichswerte gewinnen zu können.
Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung sollte dann über die Messergebnisse und durch unabhängige Fachleute über mögliche gesundheitliche Folgen informiert werden. Nach der Informationsveranstaltung, so schlug der Bürgermeister vor, sollte die Haltung der Bürgerinnen und Bürger in Mömbris bei einer Bürgerbefragung ermittelt werden. Über das weitere Vorgehen habe dann der Marktgemeinderat zu entscheiden. Gemeinderat Roland Reusing (SPD) hielt ein leidenschaftliches Plädoyer gegen solche Anlagen und warnte vor den gesundheitlichen Folgen der Einwirkung der gepulsten Funkwellen auf den menschlichen Organismus. Für das Biosystem Mensch seien die Grenzwerte zu niedrig angesetzt, sagte er. Reusing schlug vor, mit dem Mobilfunknetzbetreiber zu verhandeln, um ihn zu veranlassen, auf den Standort Feuerwehrgerätehaus Niedersteinbach zu verzichten, um gemeinsam mit dem Markt einen anderen Standort außerhalb des Ortes zu suchen, der für alle verträglich ist. Reusing beantragte darüber hinaus, seitens der Gemeinde die Bundesregierung aufzufordern, die geltenden Grenzwerte zu überprüfen und auf ein menschenverträgliches Maß zu senken. Mit der Mehrheit von 17:1 Stimmen wurde die vom Bürgermeister vorgeschlagene Vorgehensweise beschlossen.
Dem Vorschlag Roland Reusings folgend, wurde die Verwaltung außerdem beauftragt, den Mobilfunknetzbetreiber zu bitten, auf die Inbetriebnahme der Sendeanlage in Niedersteinbach vorerst zu verzichten und andere Möglichkeiten zu suchen. Ebenso soll die Bundesregierung zur Senkung der Grenzwerte aufgefordert werden.

Dass diese Aktion nichts brachte, konnte sich ein Blinder mit Krückstock ausmalen. Nicht ein einziger der Gemeinderäte war bereit mehr zu tun, als nur Worte zu verwenden. Wo bleibt die Menschenwürde und die Einhaltung des Eids unserer sogenannten Bürgervertreter.

Bürgermeister Reinhold Glaser steht zu seiner eigensinnigen und menschenverachtenden Entscheidung.

 

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Stand: 20-Apr-2002